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Gute Arbeit in der Pflege

Ein Mann steht an einem Pult und hält eine Rede
„Pflege ist ein toller und erfüllender Beruf, wenn die Rahmenbedingungen stimmen", betont Andreas Westerfellhaus, Bevollmächtigter der Bundesregierung für Pflege (Foto: Fachkraft im Fokus)

In den nächsten zehn Jahren werden in Sachsen-Anhalt 20 Prozent der Pflegefachkräfte, in Summe gut 10.000 Frauen und Männer, altersbedingt ausscheiden. Gleichzeitig wird Sachsen-Anhalts Bevölkerung immer älter, sodass der Bedarf an qualifizierten Pflegekräften stetig steigen wird. Diese Entwicklung stellt die Pflegebranche vor die große Herausforderung, den Fachkräftebedarf zu sichern und somit die Qualität der Pflege weiter zu gewährleisten. Die Bundesregierung hat mit dem Pflegepersonal-Sofortprogramm einen ersten Schritt getan, um dem Fachkräftemangel in der Pflege entgegenzuwirken und die Rahmenbedingungen für gute Arbeit zu verbessern.

Bei der 7. Kooperationskonferenz „Gute Arbeit in der Pflege“ der Landesinitiative Fachkraft im Fokus am 19. Juni 2019 kamen Vertreter*innen der Politik, Wirtschaftsförderungen, Agenturen für Arbeit und Jobcenter sowie von Krankenkassen, Sozialverbänden und Gewerkschaften in der Johanniskirche in Magdeburg zusammen, um sich über die anstehende Herausforderung auszutauschen und die vielen Fragen zu diskutieren. Pflegeunternehmen wie die DRK Börde GmbH berichteten von ihren Erfahrungen, wie man erfolgreich gute Arbeitsbedingungen schafft und Mitarbeiter*innen bindet.

Andreas Westerfellhaus, Bevollmächtigter der Bundesregierung für Pflege machte in seiner Rede deutlich, dass vor allem die Rahmenbedingungen entscheidend sind, um Fachkräfte für die Pflege zu finden und bereits qualifizierte Mitarbeiter*innen zu binden. „Pflege ist ein toller und erfüllender Beruf, wenn die Rahmenbedingungen stimmen. Das heißt vor allem: mehr Kollegen, Zeit und Anerkennung. Nur wenn das sichergestellt ist, wird es gelingen Pflegekräfte zu gewinnen und zu halten.“ Des Weiteren ist eine attraktive Ausbildung ein weiterer wichtiger Baustein. Mit dem Pflegeberufereformgesetz ist man hierfür bereits auf einem guten Weg. Des Weiteren ist eine attraktive Ausbildung ein weiterer wichtiger Baustein. Mit dem Pflegeberufereformgesetz ist man hierfür bereits auf einem guten Weg.  In der Diskussionsrunde „Wo liegt das Problem, „Gute Arbeit in der Pflege“ in Sachsen-Anhalt als Erfolgsfaktor zu etablieren und sichtbar zu machen?“ waren sich alle Beteiligten einig, dass die Einführung der Praxisanleitung ein entscheidender Faktor sein wird, um junge Menschen für die Ausbildung in der Pflege zu gewinnen und sie auch zu halten. Aktuell brechen 30 Prozent der Auszubildenden ihre Ausbildung vorzeitig ab und wenden sich zum großen Teil grundsätzlich von der Pflegebranche ab. „Dass wir 10 % der Ausbildung als Praxisanleitung festgeschrieben haben, ist ein großer Erfolg des Pflegeberufegesetzes. Wie wir das jetzt in der Praxis umsetzen, darauf wird es ankommen, um die Auszubildenden auch wirklich zu begeistern“, unterstreicht Christina Heinze, Geschäftsführerin Bildungszentrum für Gesundheitsberufe Magdeburg gemeinnützige GmbH.

Die DRK Stationäre Pflege Börde GmbH geht hier mit gutem Beispiel voran. Im Mai dieses Jahres erhielt die Einrichtung für ihr Engagement für mehr Mitarbeiterzufriedenheit das Landessiegel „Das mitarbeiterorientierte Unternehmen – Hier fühle ich mich wohl“ durch Petra Grimm-Benne, Ministerin für Arbeit, Soziales und Integration verliehen. Das Unternehmen hat 2012 entschieden, das Thema Ausbildung auszubauen, um dem Fachkräftemangel frühzeitig entgegen zu wirken. Dafür stehen den Auszubildenden bereits Praxisanleiter*innen zur Seite, die rund um die Uhr Fragen beantworten, die Ausbildung begleiten und in engem Austausch mit den Bildungseinrichtungen stehen. Die Arbeit zahlt sich aus. Die Auszubildenden sind zufrieden und man plant die Ausbildung, um den ambulanten Pflegebereich zu erweitern.

Neben der Frage nach den Fachkräften von morgen stehen die Pflegeeinrichtungen noch vor weiteren Herausforderung: Wie Pflege 4.0 gestalten, sodass zum Beispiel Robotik eine Entlastung für das Pflegepersonal ist? Welche Aspekte sind für gute Führungskonzepte wichtig, um meine Mitarbeiter*innen mitzunehmen? Wie sieht eine erfolgreiche Personalgewinnung in der Pflege aus? Diese Fragen diskutierten die Konferenzteilnehmer*innen in den fünf Workshops.

Viele Fragen, viele Herausforderungen, Ideen, Erfahrungsaustausch und neue Impulse - die Kooperationskonferenz war einen weiterer wichtiger Schritt für die Zukunft der Pflege sein. Das Thema muss aber weiter im Fokus bleiben, um dies erfolgreich zu gestalten. „Gute Arbeit ist ein zentrales Thema der Fachkräftesicherung, auch im Pflegebereich. Unser Ziel ist es, mehr Beschäftigte im Beruf zu halten und mehr junge Menschen für eine Tätigkeit in einem Pflegeberuf zu interessieren. Das gelingt nur, wenn die Arbeitsbedingungen für Pflegende gesünder, familienfreundlicher, flexibler und weniger belastend gestaltet werden. Dabei will das Land die Unternehmen begleiten und unterstützen“, sagt Susi Möbbeck, Staatsekretärin Ministerium für Arbeit, Soziales und Integration.