
Gesundheit hat ihren Preis! Häufig denken Unternehmer:innen eher an die Kosten gesundheitsfördernder Maßnahmen, als an ihren Nutzen. Dabei sind gesundheitsförderliche Arbeitsbedingungen nicht nur nützlich für die Gesundheit und Zufriedenheit der Mitarbeitenden.
Sie tragen auch entscheidend zu ihrer Leistungsfähigkeit bei. Belastungen gibt es im Arbeitsleben in Hülle und Fülle: anstrengende Meetings, unzufriedene Kund:innen oder näher rückende Deadlines. Dieser Dauerbelastung kann nur Stand halten, wer über ausreichend Ressourcen verfügt. Dazu zählt die Gesamtheit körperlicher und psychischer, genauso wie persönlicher und sozialer Ressourcen. Für die Pflege und den Erhalt dieser Ressourcen ist ein gesundheitsförderlicher Führungsstil unabdingbar. Gesunde Führung soll jedem Beschäftigten die Möglichkeit geben, langfristig seiner Arbeitstätigkeit nachzugehen. Dabei sollen nie die Grenzen der eigenen Belastbarkeit überschritten werden.
Aspekte gesunder Führung
Wertschätzung
Zentral für eine gesunde Führung von Mitarbeitenden ist die Wertschätzung von Mensch und Arbeitskraft. Dazu ist es nicht ausreichend hin und wieder ein Lob auszusprechen. Viel wichtiger sind eine Kommunikation auf Augenhöhe, eine gefestigte, professionelle Beziehung sowie Verlässlichkeit für die empfundene Wertschätzung am Arbeitsplatz. Dieses wertschätzende Klima sollte möglichst in den Grundwerten des Unternehmens verankert sein, gelebt werden und für eine positive Atmosphäre im Betrieb sorgen.
Ressourcenaufbau
Führungskräfte sollten den Aufbau von Ressourcen ermöglichen. Dazu gehört die Förderung von Fähigkeiten und Wissen, genauso wie die Förderung von sozialen Strukturen, die den Zusammenhalt und die gegenseitige Unterstützung fördern. Mit klaren Strukturen ist ebenfalls die Abgrenzung von Arbeit und Erholung zu treffen – in Pausen, genauso wie nach Feierabend und im Urlaub.
Kommunikation
Führungskräfte sollten jederzeit zu einem Dialog bereit sein und eine Kultur des gegenseitigen konstruktiven Feedbacks fördern. Dadurch können auch Überbelastungen rechtzeitig erkannt und ggf. abgebaut werden.
Transparenz
Transparenz hinsichtlich der Verteilung von Arbeit und Belohnung ist ein weiterer Faktor, den die Führungskraft nicht unterschätzen sollte.
Gesundheit ist Führungsaufgabe
Als Führungskraft für die Gesundheit der Mitarbeitenden Verantwortung zu übernehmen, ist wichtig. Gleichzeitig ist und bleibt natürlich Gesundheit ein subjektiver Faktor, auf den die Führungskraft nur begrenzt Einfluss nehmen kann. Eine klare Abgrenzung schafft hier der Fokus auf die veränderbaren Strukturen. Sind die Bedingungen für die eigenen Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter gesundheitsfördernd? Kann ich meiner Arbeit nachgehen ohne langfristig um meine Gesundheit fürchten zu müssen? Wenn Führungskräfte und Mitarbeitende diese Frage aus innerer Überzeugung mit „Ja“ beantworten können ist viel geschafft. Genauso wie die Aufgaben, ändern sich auch die Belastungen und eine regelmäßige Überprüfung im Rahmen der Führungstätigkeit ist notwendig. Dann fühlen sich Fachkräfte in ihrem Unternehmen wohl und bleiben ihnen lange erhalten – ein Gewinn für beide Seiten.
