Panoramabild einer glücklichen Frau, die im Lotussitz auf dem Schreibtisch sitzt, während Geschäftspapiere im Büro fallen

Der Morgen beginnt mit Familientrubel, chaotischen Straßenverhältnissen oder einfach dem falschen Fuß, der zuerst aus dem Bett wollte. An manchen Tagen kommen wir einfach schon gestresst am Arbeitsplatz an und es kann uns dadurch deutlich schwerer Fallen uns direkt in den gewünschten Workflow fallen zu lassen oder unsere Gedanken im Hier und Jetzt zu verorten. Und wenn der Arbeitsplatz dann auch noch in den eigenen vier Wänden liegt, fallen uns zudem plötzlich Tätigkeiten auf, die schon immer mal von uns erledigt werden wollten. Prokrastination lädt uns ein, an anderen Orten produktiv zu werden.

Dieser Einladung nicht zu folgen und uns erstmal unserer Grundentspannung zu widmen, aus der heraus wir deutlich kreativer, produktiver und auch im Umgang mit unseren Kolleginnen und Kollegen schöner sind, braucht es manchmal einen kleinen Reminder oder Anstupser.

Hier kommt der Anstupser: Um gute Arbeit zu leisten, braucht es Zugang zu unseren Kompetenzen, Fähigkeiten und den Einsatz unserer persönlichen und fachlichen Ressourcen. Dieser Zugang gestaltet sich wie ein Kanal, an dem verschiedene Wendungen und Biegungen bereitstehen, manchmal auch Engpässe. Einer dieser Engpässe kann Überforderung heißen, einer kann mangelnde Fokussierung oder Orientierungslosigkeit im Wust der Aufgaben sein. Und allen gemein ist eins: Mit einer grundentspannten Haltung werden wir schneller einen Zugang zu Strategien haben, die uns aus diesem Engpass heraushelfen. Mit einer Grundentspannung werden wir zudem die auf uns zukommenden Engpässe rechtzeitig erkennen und umschiffen. Denn unser Fokus kreist im Lösen von Aufgaben und Problemen, denen wir aus einer inneren Überzeugung heraus, mit unseren Fähigkeiten gewachsen sind. Zurück zu innerer Ruhe. Die folgenden Ideen können dabei helfen:

10 Strategien zur Akutentspannung

  1. Wir stellen uns die Frage, was hat mir in der Vergangenheit geholfen mich zu entspannen? Wir leben in einem Zeitalter, in dem viele kleine Impulse immer und zu jeder Zeit verfügbar sind und genutzt werden können.
  2. Welches Lied macht mich glücklich und zufrieden oder lädt mich mit neuer Energie auf? Play! Im Idealfall hören wir unseren Song über Kopfhörer, so ist er ganz nah bei uns.
  3. Ein See an einem wunderschönen Berghang, ein weißer Sandstrand unter Sonne und Palmen, schneebedeckte Landschaft und ein loderndes Feuer im Kamin. Welches dieser Bilder löst in Ihnen ein wohliges „Ahhh“ aus? Egal ob das Bild frei erfunden oder aus der Erinnerung reproduziert wird, umso detaillierter dieses Bild ist, desto stärker ist die Wirkung auf uns. Alle Sinneskanäle dürfen angesprochen werden: Hören, Riechen, Schmecken, Sehen und das Gefühl auf unserer Haut. Umso häufiger wir derartige Formen der Visualisierung nutzen und auf Entspannung konditionieren, desto schneller entspannen wir.
  4. Lächelpause! Und das geht auch wunderbar im Team. First fake it, then make it. Dank unserer Spiegelneurone sind wir in der Lage von außen wahrgenommenes Lächeln und uns selbst lächelnd im Spiegel als innere Repräsentation wahrzunehmen. Wir werden automatisch glücklicher. Zudem wird durch das eigene Lächeln eine Rückmeldung an unser Gehirn gegeben, dass wir lächeln. Das setzt Glückshormonen freien Lauf.
  5. Atmen, atmen, atmen. Unser Fokus liegt auf unserem Atem. Und nicht im Außen. Wir versorgen unseren Körper mit lebenswichtigem Sauerstoff. Bei den Atemtechniken gibt es verschiedene Möglichkeiten. Eine Möglichkeit ist, vier Sekunden lang einzuatmen, den Atem einige Sekunden zu pausieren und dann für 8 Sekunden auszuatmen. Wiederholen Sie dies drei Mal mit geschlossenen Augen.
  6. Eine weitere Atemtechnik ist beim Einatmen „Ein“ und beim Ausatmen „Aus“ zu denken. Diese Atmung wiederholen Sie 10 Mal.
  7. Die folgende Atemtechnik ist ähnlich zu der im vorherigen Punkt. Ersetzen Sie „Ein“ durch das Wort „Entspannung“. Atmen Sie Entspannung ein bis in den kleinsten Teil Ihres Körpers. In jede Zelle, jedes Atom. Beim Ausatmen sagen Sie „Anspannung“ und atmen alle Anspannung aus. Gern auch mit etwas Schmackes!
  8. Eine Strategie um etwas abzuschütteln, was Sie stresst oder belastet oder aber auch um eine Rolle zu verlassen, in der Sie gerade waren oder die Ihnen zugeschrieben wurde, ist das Ausstreichen des Körpers. Streichen Sie hierbei mit sanftem Druck über die volle Länge Ihrer Arme, dann Ihrer Beine, Ihres Oberkörpers. Spüren Sie besondere Anspannung im Gesicht oder am Kehlkopf, streichen Sie hier mit sanftem Druck mehrere Male darüber.
  9. Karneval der Gesichtszüge. Das ist eine Möglichkeit alle Anspannung aus Ihrem Gesicht zu nehmen. Sie dürfen einmal alle Gesichtsmuskeln ansteuern und Fratzen ziehen. Reißen Sie den Mund auf, zeigen Sie Zähne und grinsen Sie bis über beide Ohren, strecken Sie die Zunge raus, wonach Ihnen gerade ist. Das können Sie einige Sekunden oder Minuten praktizieren. Und wenn Sie einen Spiegel nutzen können, gönnen Sie sich diesen Anblick. Er kann Sie zusätzlich erheitern. Checken Sie mehrmals am Tag, ob Sie Ihren Kiefer zusammenpressen. Den Kiefer lösen und etwas Raum zwischen die Zähne lassen. Das vermeidet auch manche Arten von Kopfschmerz.
  10. Einmal alles anspannen und entspannen. Egal ob Sie sitzen, an Ihrem Arbeitsplatz stehen oder die Möglichkeit haben, sich einen Moment lang in die Waagrechte zu begeben. Einmal alle Muskeln anspannen bei der Ausatmung und bei der Einatmung entspannen. Das kann auch ein ordentliches Strecken und Räkeln sein, Gähnen und ein Seufzen beim Ausatmen. Der gesamte Druck darf einmal aus Ihrem Körper entweichen.

Fazit

Ihr Körper ist das Gadget, dass Sie immer dabeihaben. Lernen Sie ihn als Medium mit Gedanken und Körperfunktionen zu nutzen, um Ihre Entspannung zu maximieren, haben Sie immer alles dabei, was Sie brauchen. Ganz frei und unabhängig von anderen Medien oder Menschen.

Nicht jede Strategie passt zu jeder Zeit. Einige Strategien dürfen daher an Ihnen vorbeiziehen. Adaptieren Sie die Ideen dort, wo es sich stimmig anfühlt. Fällt Ihnen etwas ein, was schon einmal geholfen hat? Dann schreiben Sie es auf, z.B. in der Notizfunktion Ihres Smartphones. Ihr persönlicher Methodenkoffer ist eine Schatzkiste in Sachen Selbstfürsorge und Achtsamkeit mit sich selbst. Hegen und pflegen Sie diesen Schatz, er kann Sie Ihr ganzes Leben begleiten und immer wieder adaptiert werden. Nur Mut, wir sind zwar in der Anlage Gewohnheitstiere, doch kann die Kraft der Gedanken auch Berge versetzen. Versuchen Sie es doch mal und gestalten Sie ein neues Bild vor Ihrem inneren Auge. Ein Bild von Ihnen in der Vollkommenheit der Entspannung. Wunderschön. Dabei dürfen wir uns eins immer wieder ins Gedächtnis rufen: Veränderung braucht Zeit. Und die nehmen wir uns.

 

Eine Biene in einer Bienenwabe
Du und Sachsen-Anhalt
WIE BIENE UND HONIG.