Die Basis für ein selbstsicheres Auftreten im Kontakt mit unseren Mitarbeitenden und Kunden, sowie Kundinnen ist ein stabiles Selbstwertgefühl. Doch können auch unsere Spiegelneurone etwas für uns tun. So werden bei der Wahrnehmung des Lächelns von anderen Personen in unserem Körper bereits Hormone ausgeschüttet, die dafür sorgen, dass es uns besser geht. Auch das eigene (simulierte) Lächeln meldet unserem Körper zurück, wir seien glücklich. Kombinieren wir das an bewölkten Tagen und Lächeln uns morgens im Spiegel einmal selbst entgegen, kann der Tag direkt eine positive Richtung einschlagen, so ganz nebenbei. Unseren Körper haben wir als wahrnehmendes und ausführendes Medium immer dabei. Lernen wir seine Potenziale kennen und für uns zu nutzen, entsteht ein methodisches Meisterstück, das uns in allen Lebenslagen begleitet.
Selbstsicheres Auftreten
Körpersprache
Und alles beginnt mit der Wahrnehmung unseres Selbst, womit wir erneut beim Thema sich seiner Selbst bewusst sein (Selbstbewusstsein) stehen. Ein aufrechter Stand wirkt stimmungsaufhellend und stärkend im Vergleich zu hängenden Schultern, die eine niedergeschlagene und demotivierende Rückmeldung an unser Emotionszentrum liefern. Auch andere nehmen uns so wahr z.B. die empathische Kollegin, die uns zusammengesunken über dem Schreibtisch sieht und im Vorbeigehen fragt ob alles okay sei. Vielleicht haben wir nur schlecht geschlafen, unachtsam gesessen, aber vielleicht verzweifeln wir gerade wirklich über einer Aufgabe und der Weg um Hilfe zu bitten, war einfach gerade unerreichbar.
Erschaffen wir also unser ständig verfügbares Meisterstück und holen uns neue Informationen in unser Bewusstsein. Die folgenden 10 Punkte sprechen für ein selbstsicheres Auftreten. Das nehmen andere wahr und wir selbst:
- Positive Körpersprache wird durch eine offene Armhaltung (vs. verschränkte Arme) unterstützt.
- Direkten Blickkontakt aufbauen. Was wir fokussieren, steht im spotlight of our attention.
- Unterstützen wir unsere Souveränität mit einer ruhigen und tiefen Atmung. Eine aufrechte Körperhaltung erleichtert eine gesunde Atmung und unterstreicht Souveränität.
- Die Beine sind hüftbreit geöffnet. Wer sicher steht, kommuniziert auch sicher. Bodenhaftung halten, auch wenn es einmal stürmisch wird.
- Auch aufrechtes Sitzen wird von anderen und unseren Spiegelneuronen wahrgenommen.
- Ruhige und fließende Bewegungen nutzen, Gesten gezielt und angemessen einsetzen.
- Füße heben beim Gehen und dabei gerade den Flur entlang sehen.
- Check auf unsere Körperhaltung. Reminder kann das Handy, die Smartwatch oder ein Klebchen an unserem Arbeitsplatz sein.
- Geübt werden darf natürlich auch. Freunde und Familie können ehrliche Rückmeldungen zu unserer Körpersprache geben. Auch ein Videofeedback ist möglich.
Mimik
Das Gesicht ist Ausdrucksmittel unserer Gefühle. Nutzen Sie es angemessen und kontextabhängig.
Verhalten Sie sich authentisch und senden Sie auf allen Kanälen (Gesagtes, Körper und Mimik) die stimmigen Informationen. Blickkontakt signalisiert wer oder was gerade im Fokus Ihrer Aufmerksamkeit steht. Allein durch die angemessene Ausrichtung Ihres Blickes, können Sie Respekt und Wertschätzung auf nonverbaler Ebene kommunizieren. Checken Sie Ihre Mimik ggf. vor dem Spiegel und nutzen diesen Übungsraum. Auch ein Reminder kann zur Hilfe genommen werden.
Spieglein, Spieglein an der Wand, hast du das Gefühl erkannt? Bei der Interpretation Ihres Gegenübers können Fehler unterlaufen. Lassen Sie sich nicht verunsichern, fragen Sie nach!
Mindset & Mental State
Was denken Sie eigentlich über sich selbst? Satzanfänge wie: Ich bin immer…, Ich bin niemals…, Ich glaube an… Ich kann… Meine Freunde sagen über mich… können Ihnen dabei helfen etwas mehr über sich zu erfahren. Ein starkes Mindset und ein stabiler Mental State schützen Sie im Alltag vor Verunsicherung, Stress und wappnen Sie für einen guten Tagesflow. Reflektieren Sie Ihre Gedanken mit den Fragen:
- Denke ich gut über mich?
- Bin ich mir und dem Leben gegenüber optimistisch eingestellt?
- Ist es mir wichtig, was mein direktes Umfeld über mich denkt?
- Bin ich belastbar?
- Kann ich mich schnell von (kognitiven) Anstrengungen wieder erholen?
Temperament
Das Temperament ist eine relativ stabile Variable. Es beschreibt die Art und Weise, wie ein Mensch agiert und reagiert, also den Stil seines Verhaltens. Den Begriff der Verhaltenstherapie kennen die meisten von uns. Verhalten ist also veränderbar und es gibt viele Möglichkeiten und Strategien auch außerhalb eines therapeutischen Settings sein Verhalten anzupassen und zu optimieren. Der erste Schritt ist wieder, sich seiner selbst bewusst zu sein. Folgende Fragen können Sie dabei nutzen:
- Bin ich ein ruhiger und ausgeglichener Mensch?
- Habe ich ein aufbrausendes Temperament?
- Befinde ich mich im Teamplay oder im Wettkampf?
- Bin ich Flexibel und Suche Abwechslung?
- Meine Gefühle erlebe ich intensiv / nicht so intensiv?
Selbstmanagement
Wer gestresst in eine Besprechung geht läuft Gefahr, weniger sicher aufzutreten und zu wenige Ressourcen für das Wesentliche frei zu haben. Ein gelungenes Selbstmanagement, z.B. Zeitmanagement und Struktur, hilft also dabei entspannt durch den Arbeitstag zu gleiten. Wie resonieren die folgenden Aussagen mit Ihnen? Betrachten Sie sich ehrlich und gehen Sie an, was angegangen werden will. Es ist Zeit für Mut zur Veränderung. Sie schaffen das!
- Ich kann mir angemessene Ziele setzen und erreiche sie in der Regel auch.
- Ich kann meinen Tagesablauf gut strukturieren.
- Ich bin in der Lage Prioritäten zu setzen.
- Ich habe ein gutes Zeitmanagement.
- Ich bin mit meinen Ergebnissen zufrieden.
Proaktives Handeln
Proaktiv Handeln bedeutet selbstbestimmt zu handeln. Dafür kenne ich meine Ziele, Zwischenziele und habe Strategien und Ideen wie ich der Zielerreichung näher rücke. Ich bin mittlerweile gut in meinem Zeitmanagement und weiß wann ich welches Ziel wie erreicht habe. Ich bin proaktiv (statt reaktiv). Die folgenden Aussagen können Ihre Resonanz checken und zeitgleich Ihr neues Mantra werden. Der Glaube versetzt Berge. Der Glaube an uns selbst erschafft ganze Welten. Los geht’s:
- Ich gehe offen auf Menschen zu.
- Ich handle eigeninitiativ.
- Ich fokussiere Lösungen.
- Ich handle vorausplanend und zielgerichtet.
- Ich vermeide unangemessene Reaktionen.
- Ich handle selbstbestimmt.
- Ich verhalte mich authentisch.
Selbstbewusstsein
Ihr Selbstbewusstsein ist die Grundlage für sicheres Auftreten und Ihre Weiterentwicklung. Das ist das Fundament zur Erreichung Ihrer Ziele. Das Selbstbewusstsein ist eine veränderliche Personenvariable. Wir selbst haben Einfluss darauf unser Selbstbewusstsein zu erweitern und zu verbessern. Formulieren wir: „Ich verhalte mich selbstsicher und zugewandt. Ich kann meine Kompetenzen und Fähigkeiten einsetzen, um aufkommende Probleme zu lösen. Ich schaffe das!“ Wie fühlen Sie sich damit?
Sprache & Sprechweise
„Und plötzlich fehlen mir die Worte. Da blieb mir die Stimme im Halse stecken! Einen Frosch im Hals haben.“ Diese und andere Redensarten zeigen schon die Verknüpfung von Sprache, Situation und Emotion. Die meisten von uns können sich an mindestens eine Situation erinnern, in denen es uns so oder so ähnlich ergangen ist oder wir als Zuschauer*innen mit jemandem litten, dem es so erging. Sprache, Ausdruck, Intonation, Lautstärke, Sprechtempo, all das hat einen Einfluss darauf wie wir das Gesagte und den Sender wahrnehmen. Eine verständliche klare Aussprache wirkt förderlich in der Kommunikation. Das Sprechtempo sollte angemessen sein und weder gehetzt noch zu langsam wirken. Die Höhe oder tiefe der Stimmlage hat einen Einfluss auf die Wahrnehmung unseres Gegenübers und kann bedrohlich wirken oder Vertrauen wecken, beruhigend oder störend empfunden werden. Wie wir Dinge betonen, kann maßgeblich zur Verständigung beitragen, denken wir an Ironie. Wählen Sie Ihre Worte Weise und auch deren Geschenkpapier.
Fazit
Unsere Weiterentwicklung verläuft selten als monoton steigende Kurve. Je nachdem wie viele Ressourcen wir frei haben, welche Ideale wir haben und mit welchem Paket wir insgesamt als Mensch ausgestattet sind, kann diese Kurve auch wellenförmig oder als Treppenstufen verlaufen, in denen immer mal wieder ein bergab oder ein Plateau von dem wir gerade nicht herunterkommen erkennbar sind. Und das ist auch gut so. Stellen Sie sich vor Sie seien Ihre beste Freundin / Ihr bester Freund. Wieviel Geduld können Sie im Umgang mit ihr oder ihm aufbringen? Genau das ist das Maß. In Liebe zu sich selbst zu sein und zu bleiben, heißt auch Geduld mit sich selbst zu haben. Veränderung braucht Zeit. Und die nehmen wir uns.
